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geld, werte und die programmierung der wirtschaft

 

"Bestandteil einer jeden Theorie der Globalisierung wird eine Theorie der Regionalisierung sein, d.h. eine Theorie der neu entstehenden regionalen und lokalen Differenzen im System der Weltgesellschaft." Rudolf Stichweh

 

Schuster, Ludwig: Geld, Werte und die Programmierung der Wirtschaft. Wirtschaftskommunikation mit territorialen und sektoralen Komplementärwährungen. Eine systemtheoretische Betrachtung vor dem Hintergrund Niklas Luhmanns „"Wirtschaft der Gesellschaft".
Seminararbeit im Fach Mediensoziologie, Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar, betreut durch Jun.- Prof. Dr. Andreas Ziemann.
Überarbeitete Fassung vom 28.09.2005

Abstract:

Das monetäre Wirtschaftssystem globalisiert sich zusehends. Nichts und niemand scheint davon ausgenommen zu sein. Alles wird in Geld bemessen, alles bewertet, alles ist überall und jederzeit vergleichbar. Reichtum und Armut werden auf Zahlen reduziert, die weltweite Gültigkeit beanspruchen. Diese scheinbare Einfachheit der Zahlung und Nicht-Zahlung täuscht über die Funktionsweise der Geld-Wirtschaft und ihre Steuerungsmechanismen hinweg; das System der organisierten monetären Wirtschaft hat eine Komplexität erreicht, die über das individuell Begreifbare längst hinausgewachsen ist.

Niklas Luhmann hat sich in verschiedenen Schriften mit dem Thema Wirtschaft auseinandergesetzt und versucht, systemische Zusammenhänge zu erkennen und zu erklären. So sehr man seine tief greifende Analyse würdigen muss, so bemerkt man doch an einigen Stellen, dass Luhmann in dem von ihm vorgeschlagenen Betrachtungsmodell zwar andere als die bestehenden Steuerungsmöglichkeiten für notwendig erachtet, aber selbst keine großen Alternativen vorzuschlagen weiß. Die jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet komplementärer Währungssysteme scheinen auf solche Stellschrauben gestoßen zu sein. Fast alle gehen auf das Bedürfnis zurück, wirtschaftliche Vorgänge (wieder) stärker an gemeinschaftlichen Bedürfnissen zu orientieren. Die allen gemeinsame Idee: wenn man das System der Geldwirtschaft, seine Strukturen oder seine Programmierung als solches nicht verändern kann, dann gestaltet man eben neue Systeme – im kleineren, meist regionalen Maßstab.

Komplementärwährungssysteme sind Subsysteme der monetären Wirtschaft, die sich mit derselben Codierung innerhalb des Systems ausdifferenzieren wollen – mit systembedingten Grenzen, um die Beobachtbarkeit des Systems für seine Teilnehmer sicherstellen, welcher sich die globale Marktwirtschaft erfolgreich zu entziehen versucht. Innerhalb dieser Subsysteme sollen andere „Spielregeln“ gelten, die näher an den Wunschvorstellungen der Teilnehmer liegen und im Idealfall sogar kontinuierlich von ihnen mitgestaltet werden.

Inhalt:

1. Geld
2. Haben und Nichthaben
3. Subjektiver und objektivierter Wert
4. Wertekonsens und Wertekompromiss
5. Anschlusswert und Reflexionswert
6. Positive und negative Rückkopplung
7. Wertparasiten
8. Steuerung des Wirtschaftssystems
9. System, Struktur und Identität
10. Die Wirtschaften der Gesellschaften
11. Komplementäre Wirtschaftssysteme
12. Regionale und sektorale Systeme
13. Ausblick: Freiheit


 

 

 


 

 

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